Keitum: 1) Dauerwohnraum 2) Bürgerhaus 3) PKW Besucherverkehr

Hier möchte ich gerne noch einmal in Kurzfassung und
klar verständlich ausgedrückt die Zusammenfassung der
meiner Meinung nach auch inhaltlich und konkret gar nicht
trennbaren Planungsaspekte
erstens : für das Dauerwohnen in Keitum
für hier lebende und auch zugleich hier arbeitende Menschen,
dann zweitens :
die Idee der Errichtung eines für Sylt und Keitum
gleichermaßen positiv wirksam werdenden Kulturhauses
genau an jener Stelle der vormaligen Therme und des
Arena – Geländes vorschlagen und im Plenum
und ebenso in der Sylter Presselandschaft und der Sylter
Öffentlichkeit zur Diskussion stellen, und
drittens:
den Vorschlag einbringen, jeglichen PKW – Verkehr aus
Keitum weitestgehend fernzuhalten, ausgenommen natürlich
für die dort ansässigen Keitumer Bürger selber.
Alle B e s u c h e r Keitums aber sollten ihre PKW’s in neu zu
errichtenden Parkpaletten – ähnlich der am Westerländer
Bahnhof – für die Dauer ihres Besuchs unterzustellen haben.
Ausnahmen wären hier denkbar für behinderte Menschen,
denen die Fahrt mit dem PKW ins Dorf hinein gestattet werden
müßte, ebenso anderen öffentlich notwendigen Diensten auch.
Diese flächenmäßig relativ ausgedehnten, bewachten Park-
paletten – nämlich insgesamt zwei davon wären zu errichten –
die eine unmittelbar in der Nähe des jetzt schon vorhandenen
Parkplatzes am “ K r e i s e l „, die andere an der Stelle südlich
des Keitumer Bahnhofs, genau dort, wo ebenfalls jetzt schon
Parkplätze positioniert sind.
Natürlich dürfen solche neu zu errichtenden Parkpaletten
keinesfalls als bauliche Ungetüme in Erscheinung treten,
sondern müssen so gestaltet und angeordnet werden, daß
sie sozusagen “ optisch verschwinden „, und quasi nur als Teil
einer natürlichen Landschaftsformation wahrgenommen werden.
Dies läßt sich aber nach meiner Überzeugung ohne Schwierigkeit
so einrichten.

Was nun die Errichtung von Dauerwohnraum für Keitum betrifft,
so ist klar, daß in dem Umfang von insgesamt ca. 150 Wohnungen
für den Zeitraum bis ca. 2025, diese nicht innerhalb des gewachsenen Ortskerns eingerichtet werden können und auch
nicht sollten.
Andererseits kann es aber auch nicht so sein, daß in Anlehnung
an die punktuellen Bebauungsmuster des alten Ortskerns, nunmehr
der Ort Keitum in die umgebende Landschaft sich weiterwuchernd
ausdehnen darf. Das ist auf jeden Fall unzulässig und untragbar.

Folglich bleibt die Frage offen, in welcher Weise diese für das
alltägliche glückliche Funktionieren Keitums so wichtigen und
liebenswerten Menschen menschenwürdig und dementsprechend
wohl gestaltet, in nicht allzu entfernter Distanz vom Ort selbst, untergebracht werden können, ohne dabei aber der umgebenden Landschaft dabei ihren großzügigen freiräumlichen Charakter zu nehmen oder diesen sogar zu zerstören.

Auch diese planerische und architektonische Aufgabenstellung
läßt sich nach meiner vollsten Überzeugung durchaus sehr
befriedigend bis sogar hervorragend lösen.

Damit wird dann auch ausgeschlossen, daß dann möglicherweise
solche asozialen Ideen als gebotene Notwendigkeit dargestellt
werden, daß man leider Gottes ja geradezu nur dazu gezwungen
sei, das Thermen – Grundstück für Wohnbebauungen rechtlich
umzuwidmen, da ja sonst keine anderen Möglichkeiten, die zu errichtenden Dauerwohnungen zu realisieren, denkbar, sichtbar oder überhaupt vorhanden seien.
Eine solche Argumentationsweise bekundet meiner Meinung nach
nichts anderes, als das verdeckte, aber erheblich virulente
Interesse daran, dieses sogar für Keitumer und Sylter Verhätnisse
überragend bedeutsame und außergewöhnlich schöne Grundstück
zwecks Profitmaximierung in private Hände und private Nutzungen zu überführen, damit solche Wohnungen dann an die entsprechende zahlungskräftige Klientel recht teuer weiterverkauft oder vermietet werden können.

Daß mit solchen Absichten aber der bislang ja noch vorhandene
und spürbare, ja auch mit der zuvor gewollten Errichtung einer
Therme eindeutig nachweisbare Anspruch auf eine Nutzung
dieses durch seine Landschaftliche Lage und Schönheit einmalig privilegierten Orts der Insel durch eine den überaus wichtigen sozialen & kulturellen I n t e r e s s e n d e r. A l l g e m e i n h e i t dienenden Funktion auf Dauer entzogen würde, das steht außer Frage, falls man zu dem unguten Beschluss käme dort Wohnungsbau zu genehmigen, in welcher Form auch immer.

Bis heute trägt dieser wunderschöne Ort, diese himmlisch schöne
Stelle Sylts den Charakter, ja das Versprechen der Natur geradezu,
dort um Gottes und der Menschen willen, diesen privilegierten
Ort unbedingt der glücklichen Nutzung durch die soziale
Gemeinschaft zum Zwecke ihres sozialen Gedeihens offen zu
halten, anstatt sie schnöden Profitinteressen zu überlassen,
die sie dann jeglicher sinnvollen, gemeinschafts förderlichen Nutzung entziehen. Diese Stelle Keitums ist hier unten am Ortsrand ähnlich bedeutsamd privilegiert, wie die Keitumer Kirche
dort oben am Ortsrand. Und sie hätten sich in ihren gesellschaftlichen Funktionen durchaus zu stützen und zu ergänzen.
Die Keitumer Kirche als Repräsentantin gesellschaftlicher,
sozialer und geistiger positiver Entwicklungen der abendländischen
Gesellschaft auch hin zu mehr Humanität und gelebter Mitmensch-
lichkeit, historisch entstanden seit Luthers Widerstand gegen die
damaligen allzu verkrusteten Ausbeutungsverhältnisse.

Ein Keitumer Kultur – und Bürgerhaus als eine für die heutige Zeit
wichtig gewordene Institution moderner sozialer Verhältnisse,
wie sie seinerzeit das damals noch fortschrittliche Bürgertum
in ihrer Großen Französischen Revolution und in den Bestrebungen
der Aufklärung propagierte, um zur sozialen Gleichheit aller Bürger
zu gelangen. Leider ist das Bürgertum weit hinter den damaligen
Versprechungen zurückgeblieben, sodaß es in den heute erkennbar gewordenen Verhältnissen und immer spürbarer werdenden Missverhältnissen des Auseinanderdriftens der
Lebenswirklichkeiten der Menschen immer notwendiger wird,
öffentlichen Raum so herzustellen, daß darin in vielfältigster Art
und Weise demokratisches Verhalten und demokratische Artikulation und Kommunikation eingeübt und verwirklicht werden
kann.
Dazu benötigt unsere Gesellschaft ö f f e n t l i c h e n. Raum, diesmal nun nicht notwendig religiös geprägt, nichts desto weniger jedoch in hohem Maße, nunmehr säkular gewandet, den Menschen verantwortlich, damit sie ihre s o z i a l e. Grundveranlagung zur Entfaltung bringen können und an einem solchermaßen geprägten Ort demokratisches Verhalten und kulturelle Bedürfnisse gleichermaßen verwirklichen und in Eigenverantwortung selbstbestimmt tagtäglich erleben und erlernen können.

Ein einziger solcher Ort täte dieser Gesellschaft mehr not,
als tausend Orte der hier üblichen hochgepriesenen“ e v e n t s „.

Für mich ,- und ich hoffe, nicht nur für mich alleine, sondern daß
noch recht viele Keitumer Bürger, Sylter Bürger und auch viele
Sylter Gäste so empfinden und so denken werden, und ich rufe
Sie alle hiermit auf sich gleichfalls zu Wort zu melden, damit hier
nicht möglicherweise wieder einmal berechtigte und fortschrittliche soziale und kulturelle Interessen der Gesamtbevölkerung ins
Hintertreffen geraten und untergebuttert werden, wie sonst
ja schon so oft und leider immer wieder beobachtbar.

Dieter Vorreiter
Tel: 04651 – 338 39 95
E-Mail : dietervorreiter@web.de
Bitte kontaktieren Sie mich gerne, falls Sie diese oder
ähnlich Ansichten unterstützen, damit ein Eindruck gewonnen
werden kann, in welchem Maße hier auf Sylt überhaupt noch
gesellschaftlich fortschrittlichere Modelle verwirklicht werden
können, oder ob alles dazu verdammt bleibt, so kleinkapitalistisch
raffgierig und kleinbürgerlich zu bleiben, wie es allenthalben den Anschein hat.
Die weiteren Gedankengänge für eine adäquate, kulturell und sozial orientierte Nutzung des Thermen- und Arena- Grundstücks
finden sie an jener Stelle, wo auf deren mögliche und denkbare
Nutzungen eingegangen wird..
Die Darstellung dieser dort sinnvollen, denkbaren Nutzungen
werde ich dann an jener Stelle eintragen.

Ein Kommentar

  1. Um noch eines im Nachgang an oben Gesagtes klarzustellen:

    Ich habe ja gar nichts dagegen, wenn Unternehmer bestrebt sind
    Gewinne zu machen.
    Dann aber bitte doch nur insoweit, als sie berechtigte Interessen
    der Allgemeinheit damit nicht in unerträglichen Maße
    beeinträchtigen oder gar verhindern.
    Da steht dann in meinem Verständnis von Demokratie nur
    das Interesse der Allgemeinheit vor dem des Einzelnen
    im Vordergrund.

    Dieter Vorreiter

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